Sie sind hier: Greenpeace
Weiter zu: Presse & Aktion
Allgemein: Links & Partnerschaften Impressum Gästebuch FAQ Sitemap

Suchen nach:

Pressenotiz Märkische Allgemeine vom 27.01.2009

Naturschützer schrammen an der Brandenburger Innenstadt vorbei

Beim G8-Gipfel vor zwei Jahren in Heiligendamm startete der Holländer Ton Kurvers den Heißluftballon noch von einem Schiff aus, der „Arctic Sunrise“ der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Gestern hob der Ballon in Form einer blau-grünen Weltkugel und der Aufschrift „Save the Climate – Greenpeace“ („Rettet das Klima“) von einem Acker nahe des Einkaufszentrums Wust ab.

Schnell gewinnt der Korb an Höhe. Pilot Wolfgang gibt Propangas. Zwei große Flammen über den Köpfen der drei Ballon-Fahrer sorgen dafür, dass das Gefährt Richtung Wolken schwebt. Ziel: Brandenburgs Innenstadt. Unter dem Korb hängt ein sechs mal acht Meter großes Banner mit der Aufschrift: „Mach mit beim Volksbegehren“. Unterdessen verteilen zwei der sechs Greenpeace-Mitglieder in der Stadt bereits Informationsmaterial an die Bevölkerung. „Mit dieser Aktion appellieren wir an die Brandenburger, mit ihrer Unterschrift das Volksbegehren gegen neue Tagebaue im Land Brandenburg zu unterstützen“, sagt Kampagnenleiter Christoph von Lieven. Möglichst viele Havelstädter sollen den Ballon samt Banner sehen.


Das Land Brandenburg sei derzeit das deutsche Negativbeispiel für den Klimaschutz. „Aufgrund des hohen Anteils an Braunkohlestrom liegt es auf Platz eins beim Treibhausgasausstoß je Einwohner“, sagt Lieven. Auf jeden Brandenburger kämen mehr als 20 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Allein die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe stießen pro Jahr 36 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid aus, etwa zehn Prozent der Kraftwerksemissionen in Deutschland.

Beim Volksbegehren gegen neue Tagebaue im Land wollen die Initiatoren bis zum 9. Februar 80 000 Unterschriften zusammenbekommen. Die Havelstädter können beim Bürgerservice der Stadtverwaltung am Katharinenkirchplatz unterschreiben. „Gelingt das Begehren, muss sich der Landtag mit einem Gesetzentwurf für einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung beschäftigen“, sagt Christoph von Lieven.

Wolfgang Kuhn fährt – sie fliegen ja nicht, die Ballonpiloten – seit 20 Jahren. Er kann, was er tut. Knapp hundert Meter vor dem avisierten Landeplatz löst er die Verankerungen des Banners. Auf eine Stelle am Boden, die leicht wieder zu finden ist. Kurz darauf – am Ende des Libellenweges – geht der Ballon nach gut einer Stunde, sechs Kilometern und circa 80 Litern Propangas in einem Schilfgürtel nieder. Etwas holperig, nicht so sanft wie geplant.

Das sollte nicht das Ende des Abenteuers sein. Zwei aufmerksame Anwohner hatten beobachtet, wie es zu Boden fiel und es mal umgehend entführt. Allerdings hatten sie Pech. Zwei der drei Ballonfahrer hatten sie dabei gesehen. Sie folgten ihnen und stellten die Männer zur Rede. Diese wiederum gaben das gute Stück ohne einen Ton zurück. Fahne gerettet – alles gut. (Von Undine Drogi)

Pressenotiz Märkische Allgemeine vom 28.01.2009

VOLKSENTSCHEID: Nicht nur heiße Luft
Greenpeace wirbt um Stimmen gegen neue Tagebaue in der Lausitz

ORANIENBURG - Wenn Werbung Erfolg haben soll, muss sie auffallen. Zumindest dieses Ziel haben die Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace erreicht. Gegen 13 Uhr starten sie im Gewerbegebiet in Sachsenhausen mit einem riesiegen Heißluftballon zur Werbefahrt über Oranienburg. Bei leichtem Nord/Nordostwind trieb der runde Ballon in Form einer Weltkugel langsam und in niedriger Höhe über das Stadtzentrum von Oranienburg.

Im Schlepptau unter dem kleinen Korb hing ein knapp zehn Meter langes Transparentmit der knappen Aufforderung: „Mach mit beim Volksbegehren“. Gemeint ist das Volsbegehren „Keine neuen Tagebaue“, das sich gegen weitere Abbaustätten für Braunkohle vor allem in der Lausitz richtet.

Bis zum Jahreswechsel hatten lediglich rund 6000 Brandenburger ihre Unterschrift gegen die Tagebaue geleistet. Für einen Erfolg des Volksbegehrens sind aber 80 000 Unterschriften nötig. Die Listen in den Meldeämtern liegen nur noch bis zum 9. Februar aus. Die Zeit für die Tagebaugegner wird also langsam knapp. „Mit der Ballonfahrt und dem Transparent wollen wir um Unterstützung für den Bürgerentscheid werben“, sagt Diplombiologe Jörg Feddern von Greenpeace. In den kommenden Tagen plant die Umweltorganisation weitere Ballonfahrten unter anderem in Bernau, Eberswalde, Fürstenwalde und Königs Wusterhausen.

Fotos von der Ballonfahrt in Oranienburg unter www.greenpeace.de.
Weitere Informationen zum Volksbegehren unter www.keine-neuen-tagebaue.de oder 0331/23 70 01 43. (Von Ralf Stork)

Abbildung: Zöllner/Greenpeace -

Pressenotiz Märkische Allgemeine vom 30.01.2009

AKTION: Weltkugel mit Denkzettel
Umweltorganisation warb in Königs Wusterhausen für Tagebau-Volksbegehren

KÖNIGS WUSTERHAUSEN - So viel Rummel um die Braunkohle hat es in der Gegend seit der Grubenschließung in Schenkendorf vor über hundert Jahren nicht mehr gegeben. Gerade warben Aktivisten in der Bahnhofstraße für ein Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz und die Unterstützung des Volksbegehrens. Mit der gleichen Botschaft ließ gestern Greenpeace einen Heißluftballon in Form einer Weltkugel über Königs Wusterhausen kreisen.

Daran hing ein riesiges Plakat mit der Aufschrift „Mach mit beim Volksbegehren“. Nur noch wenige Tage können dafür Unterschriften abgegeben werden. Greenpeace will deshalb die Leute noch einmal aufrütteln. Königs Wusterhausen war die vorletzte Station der zweiwöchigen Reise durch Brandenburg, die der Hamburger Jörg Feddern organisierte.

Während am Vormittag auf der Wiese am Nordhafen ein kleiner Trupp den Ballon startklar macht, zählt Feddern auf, was alles gegen die Braunkohle spricht. Er schimpft auf Regierungschef Platzeck und ärgert sich darüber, dass die Listen für das Volksbegehren nur in den Ämtern liegen. „Deshalb war hier noch nie eins erfolgreich, auch diesmal wird es wohl eng“, sagt Feddern nachdenklich. Doch abgerechnet wird zum Schluss und bis dahin will der Greenpeace-Mann alles geben. „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, müssen wir schrittweise raus aus der Braunkohle.“
Anwohner Olaf Schmidt unterstützte spontan die Aktion. Er half beim Auspacken des Ballons, hielt ihn fest beim Aufblasen. „Ich finde in Ordnung, was die machen“, sagte er. Auch er findet das Volksbegehren zu umständlich. „Wir wollten hin, aber die Öffnungszeiten sind schlimm.“
Nach einer halben Stunde hob der Ballon endlich ab. Erst schwebte er durch die Rauchwolke eines Hafenschornsteins und war kaum zu sehen. Doch schon über der Brückenstraße war er wieder genau zu erkennen. (Von Frank Pawlowski)

ORANIENBURG - Manchmal muss man sich von den Dingen entfernen, um sie besser sehen zu können. Der Stand der Laga-Vorbereitung jedenfalls lässt sich am besten aus der Luft beurteilen. Aus luftiger Höhe zeigt sich, dass die neu angelegten Themengärten im Schlosspark eigentlich schon fertig durchkomponiert sind und nur noch auf den Frühling warten.

Auch sonst kann man wichtige Erkenntnisse von so einer Ballonfahrt mitnehmen: Dass sich das Eis im neu angelegten Hafenbecken deutlich länger hält als auf der Havel. Von oben sieht die zugefrorene Marina selbst aus wie ein riesiges Landschaftsgemälde für die Gartenschau.

Aber nicht nur aus der Vogelperspektive ergeben sich interessante Einblicke. Umgekehrt kann so ein Ballon auch die auf dem Boden Gebliebenen in Staunen versetzen. Bei der Landung muss es den Bewohnern in einer Siedlung in Leegebruch jedenfalls vorgekommen sein, als zöge gerade ein großes Haus am Küchenfenster vorbei, so riesengroß ist der Ballon aus der Nähe. Einige ließen sich deshalb nicht nehmen, Erinnerungsfotos zu schießen, nach dem der Ballon auf einer winzigen Wiese gelandet war. (Von Ralf Stork/ Fotos:Enriko Kugler/Greenpeace